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28.04.2008

Blick nach Köln

Rewe Touristik könnte für Pro Tours noch wichtiger werden als bisher.

Ganz so offensiv wie die Konkurrenz von Best/RMG will Björn Ehrich nicht auftreten. Aber auch der Chef von Pro Tours/RCE möchte seine Reisebüro-Kooperation zahlenmäßig voranbringen: "Natürlich betreiben wir Aquise", sagt Ehrich und verweist auf den eigenen Außendienst und Aktionen über Infox.
Knapp 600 Mitglieder zählt die Kooperation mit Sitz in Hannover derzeit - rund 50 mehr als im vergangenen Jahr. Den größten Zuwachs gab es zuletzt in der mobilen Schiene (derzeit 150 Verkäufer), aber auch die Light- und Classiv-Varianten für stationäre Agenturen legten zu.
Ehrich macht keinen Hehl daraus, dass gerade bei klassischen Reisebüros der Wettbewerb zwischen den Kooperationen zugenommen hat. Pro Tours/RCE sei dabei gut aufgestellt, betont der Vorstand. Dabei geht es ihm nicht nur um das eigene Portfolio, sondern auch um die Vorteile durch die Mitgleidschaft in der Dachgesellschaft RSG. An der ist die Rewe Touristik beteiligt - und genau das könnte künftig wichtiger werden als je zuvor. Denn die Konditionen aus Köln werden konkreter, dass auch ITS, Dertour & Co mit einem neuen Provisionsmodell die Bindung der Reisebüros an den Konzern erhöhen wollen. Pro Tours/RCE dürfte da in der ersten Reihe stehen. Denn Rewe Touristik ist nicht nur an der RSG beteiligt, sondern mit 25 Prozent auch an Pro Tours/RCE. Und dass der Konzern diese Anteile abgibt, ist derzeit unwahrscheinlich.
Für Ehrich ist die 2009 anstehende Diskussion über die Gesellschafterstruktur bei der Kooperation derzeit noch kein Thema. Wichtiger ist für ihn, die Technik im Sinne der Reisebüros voranzutreiben. Im Kopf hat er dabei - wie viele andere Kooperationschefs auch - eine einheitliche Vertriebsdatenbank. Sie soll den Mitgliedern Mitte des Jahres vorgestellt werden und die Zentrale in die Lage versetzen, noch besser als bisher Umsätze zu erfassen und auszuwerten. "Das machen wir zwar jetzt schon - aber der Aufwand dafür ist sehr hoch", sagt Ehrich.
Schon vor sechs Jahren war Pro Tours mit der Leisure Travel Solution in Zusammenarbeit mit Amadeus an diesem Thema dran. Damals wurde die Aufgabe allerdings etwas schleifen gelassen. Das soll diesmal anders werden. Aktueller Favorit der Reisebüros ist Bosys, für die Zentrale scheint Etacs das Passende zu sein. Beide Systeme sollen den eigenen Bedürfnissen angepasst, den Büros aber nicht übergestülpt werden. Auch einen Befehl für ein einheitliches Backoffice-System soll es nicht geben. "So etwas muss sich Schritt für Schritt entwickeln", zeigt Ehrich sich realistisch.

Wissenswertes über Pro Tours:

  • Im Intranet können Mitglieder monatlich einen Provisionsbrief einsehen, der ihnen zeigt, wie viel ihre Umsätze wert sind.
  • mit "Argumentationslisten" für den Verkauf bestimmter Produkte greift die Zentrale in Zusammenarbeit mit Leistungsträgern den Büros unter die Arme.
  • Schwerpunkt in den Seminaren der RSG ist auch in diesem Jahr der aktive Verkauf am Counter.
  • Damit die Zentrale besser planen und verhandeln kann, sollen die Mitglieder künftig ihre Umsatzpläne in ein Planungs-Tool eingeben.
  • Von 2009 an soll es einen zentralen Marketingkalender geben, auf dessen Grundlage Reisebüros eigene Aktivitäten planen können.
  • Im Internet verfolgt die Kooperation drei Schienen: protours.de, mondino.de und Online-Pakete für eigene Auftritte der Mitgliedsbüros.

 

 

Quelle: Touristik aktuell vom 28.04.2008